In wirtschaftlichen Krisenzeiten führen viele Unternehmen wieder verstärkt Performance-Management-Systeme zur Bewertung ihrer Angestellten ein. Das Ziel dieser Systeme ist es, Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen individuell zu beurteilen, zu belohnen oder zu bestrafen. Am anschaulichen Beispiel von buddelnden Kaninchen lässt sich jedoch zeigen, wie schwer eine faire Definition von Leistung ist. Es stellt sich sofort die Frage, ob man das reine Arbeitsvolumen oder eher die Qualität des Ergebnisses messen sollte. Neben der reinen individuellen Leistung existiert in Gruppen zudem die oft wichtigere Kontextleistung, wie etwa das Warnen vor Gefahren oder das Sichern des Teamfriedens. Ein weiteres Problem ist die Sympathie, da zutraulichere Individuen bei einer Bewertung meist unbewusst bevorzugt werden. Aus psychologischer Sicht droht zudem der sogenannte Korrumpierungseffekt, welcher die Leistung senkt, wenn innere Motivation durch äußere Anreize ersetzt wird. Da sich gesetzte Belohnungen schnell abnutzen, müssen Arbeitgeber zudem immer größere Anreize schaffen. Individuelle Bonuszahlungen bergen außerdem die Gefahr, dass die Kooperation innerhalb des gesamten Teams massiv leidet. Wissenschaftliche Studien belegen folglich, dass die messbare Wirksamkeit solcher Kontrollsysteme in modernen Organisationen gegen null geht. Am Ende steht der Verdacht, dass diese Systeme in Krisen oft nur aus Machtgründen eingeführt werden, um Führungsstärke zu demonstrieren.
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